Eine Rückschau auf die Benefizveranstaltung (Hago) für Kafro
von Danyela Demir, Augsburg

Nach langer Vorbereitung und vorfreudigen Erwartungen war es am Samstag, den 20. Juni 2009 soweit: Der zweite Hago für das Dorf Kafro wurde in der Singoldhalle in Bobingen, in der Umgebung von Augsburg ausgerichtet. Als  Yahkup Akcay und ich in unserer Aufgabe als Moderatoren um 19.30 Uhr die Benefizveranstaltung für eröffnet erklärten, war nicht nur meine Aufregung groß – immerhin steht man nicht jeden Tag auf der Bühne – sondern auch die Freude der Leute deutlich spürbar.

Im Laufe des Abends erwarteten uns neben Tanz und Gesang, für den die beiden Sänger Zakay Öztas (Heilbronn) und Barsomo Aslan (Schweden) sorgten, so manche Highlights.

Sowohl der Vorsitzende des Entwicklungsvereins in Deutschland, Esmer Özdemir, als auch Benjamin Demir, Vorsitzender des Entwicklungsvereins Kafro in der Schweiz, hießen alle Gäste herzlich willkommen und unterstrichen die Wichtigkeit des Baumpflanzungsprojekts in Kafro. Schließlich war das ja auch das Motto der Veranstaltung: „ … für ein grünes Kafro!

Gegen 21.30 Uhr folgte dann der erste Höhepunkt des Abends: Die Ehrung dreier für das Rückkehrerprojekt besonders wichtiger Menschen:
Ernst-Ludwig Vatter von der evangelischen Landeskirche Württemberg, der nicht nur finanziell, sondern auch tatkräftig mit der Unterstützung einer Gruppe Jugendlicher (Suryoye und Deutsche zusammen) beim Wiederaufbau der  Marienkirche geholfen hat und Peter Rost von der katholischen Kirche in Aesch-Birmensdorf-Uitikon in der Schweiz, der u. a. bei der Finanzierung der
Wasserversorgung, der Stromversorgung, des Internet-Raums in Kafro sowie bei der Einrichtung eines Ausbildungsfond beteiligt war, wurden als Erste geehrt.
Und schließlich wurde Yahko Demir, einem der Hauptinitiatoren des Rückkehrerprojekts, ein riesiges Bild überreicht als Zeichen  unserer Verbundenheit mit ihm und dem Rückkehrerprojekt. Seine Verdienste und Leistungen für Kafro auszuführen würde wohl den Rahmen dieser Reportage sprengen und einen gesamten Artikel füllen, doch ich begnüge mich an dieser Stelle damit zu sagen, dass er uns durch seine Rede, in der er uns von Kafro und seinen Bewohnern berichtete, unserem Dorf schon ein Stück näher brachte.

Nach einer weiteren Stunde Tanz und Musik rückte dann das zweite und großartigste, Highlight des Abends immer näher. Während Benjamin Demir zunächst kurz die Projekte, die in Kafro gemacht wurden und Diejenigen, die noch in Planung sind oder gerade anlaufen präsentierte, saß ich voller Vorfreude und Gespanntheit am Tisch und dann war es endlich soweit: Zum ersten Mal in einer Hafle gab es eine Live-Schaltung in den Tur Abdin, in unser Dorf Kafro. Tatsächlich hatten die Bewohner des Dorfes sich an diesem Abend zusammengetan und „gemeinsam“ mit uns gefeiert, denn sie hatten den ganzen Abend über die Möglichkeit gehabt, unsere Veranstaltung via Webcam mitzuerleben. Groß waren die Emotionen hier wie dort als ich die Freude hatte mit dem Bürgermeister des Dorfes, Aziz Demir, zu sprechen. Fast war es mir als seien die Dorfbewohner und wir für ein paar Augenblicke gemeinsam im selben Raum gewesen. Die übrigen Gäste der Veranstaltung dürften sich ähnlich gefühlt haben, denn man konnte die euphorische Stimmung und die Begeisterung für Kafro geradezu greifen.

Nach der Live-Schaltung verabschiedeten Yahkup und ich uns von allen Gästen und machten die Bühne nochmals für unsere beiden Sänger frei, die noch eine Stunde lang tolle Stimmung verbreiteten und so Manchen auf die Tanzfläche lockten.

Um 1 Uhr endete unser  Hago dann, und ich verließ die Veranstaltung mit einem immer noch begeisterten Lächeln, weil an diesem Abend wieder einmal deutlich spürbar war, dass die Welt doch so klein ist, denn es ist den Veranstaltern tatsächlich gelungen den Tur Abdin, insbesondere Kafro, im wahrsten Sinne des Wortes in die Singoldhalle nach Bobingen zu bringen.